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Jakob Bader
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2009-10, K36, Umbau und Aufstockung Stadthaus, Heidelberg

In der Heidelberger Weststadt, einem beliebten Gründerjahre-Wohngebiet in der unzerstörten Universitätsstadt, befindet sich ein nicht nur für die Stadt ungewöhnliches Architektur-Kleinod. Das Gebäude wurde 1930 als zweigeschossige Schreinerei mit darüber liegender Stadtwohnung errichtet. Bauherr und Architekt standen offenbar den progressiven internationalen Archtekturströmungen dieser Zeit nahe: Art-Deco und Bauhaus-Moderne. Die Schreinerei wurde 1949 mit einem zweigeschossigen Hallenanbau aus Betonfertigteilen in den nördlichen Garten erweitert.

Das Gebäude wurde 2010-11 entkernt, umstrukturiert, ein Treppenhaus eingebaut und ein zusätzliches Voll- und ein Dachgeschoss neu errichtet. Viele vorgefundene Originalbauteile, wie Türen, Vertäfelungen, Handläufe, Heizkörper, wurden für die Bauzeit ausgelagert und an neuen Stellen wieder in das Gebäude integriert.

Es sind sehr reizvolle, einmalige funktionale und großzügige Gewerbeflächen entstanden und darüber drei elegante moderne Wohnungen mit klugen Grundrissen und vielen liebevollen architektonischen Raffinessen. Die angeordneten Maßnahmen heilen und ergänzen die originale historische Substanz, deren Reize und Qualitäten. Die Aufstockung sucht - entgegen der herrschenden Architekten-Lehrmeinung - nicht den Bruch mit dem Bestand: Das Haus wurde vielmehr optimiert und gewissermaßen "zu Ende gebaut."