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Jakob Bader
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2006, Marktplatz Hirschau: Realisierungswettbewerb

Das Zentrum des pittoresken Dörfchens Hirschau in der Oberpfalz ist eine trostlose Fläche. Autos, Asphalt, Blumenkübel und Straßen bestimmen den Raum. Durch Losglück durften wir an dem Realisierungswettbewerb zur Rekultivierung der Ortsmitte teilnehmen.

Wir analysierten die Bebauungsstruktur: Kleine Bürgerhäuser bilden einen langgezogenen tropfenförmigen Raum. In diesen Raum gestellt sind die hoheitlichen Nutzungen unserer abendländischen Gesellschaft: Die Kirche, das Rathaus, die Sparkasse –„Platz der drei Gewalten“ Kirche, Staat, Kapital. Die verbleibende Freifläche kann von den Bürgern für Märkte, Konzerte, Kirmes, usw. genutzt werden. Da diese Nutzungen sehr witterungsabhängig sind, der städtebauliche Bezug der bestehenden  Solitäre recht lasch ist und da die Bürger einer selbstbewussten agilen Demokratie nach unserer Überzeugung auch baulich präsent sein sollten, haben wir ein viertes Gebäude hinzukomponiert: das Bürgerhaus! Es ist ein frei nutzbarer Veranstaltungssaal mit integrierter Gastronomie, Touristeninformation, öffentlichen Toiletten und einem Wartehäuschen. Hier finden Ausstellungen, Lesungen, Feste, Diskussionen, Filmvorführungen, usw. statt. Komfortabel überdacht und im Winter geheizt.

Der Vorschlag wurde von der Jury mit dem seltsamen Kommentar abgewiesen „Die gewählte Gestalt wird durch die Verkehrsführung nicht unterstützt.“ Gewonnen hat eine lokale Größe.